onRadar

Bachelor Project and Thesis

2024

Zurich School of the Arts

Service:

Design / User Research / User Expirience / Interface Design

Audrey Lohmann

Lukman Ascic

Splash bild von den verschiedenen Elementen der Vision Os Applikation

Die App «On Radar» wurde für Apple Vision Pro entwickelt, um räumliches Computing zu ermöglichen. Junge Museums- und Ausstellungsbesucher können in einem immersiven Raum virtuelle chemische Objekte erleben, die mit der realen Welt interagieren. Mit Augen- und Handbewegungen können sie beobachten und lernen, wie Forscher Radiotracer zur Krebsdiagnose und -behandlung testen und herstellen. In Zusammenarbeit mit Experten aus nuklearer Medizin, wissenschaftlicher Kommunikation und Pädagogik werden komplexe Konzepte interaktiv visualisiert und für die Forscher von morgen erfahrbar gemacht.

Briefing

Idee

Prozess

Entwicklung

Nächste Schritte

Briefing

Die Idee der Bachelorarbeit im Bereich Interaction Design besteht darin, dass Studierende sich über mehrere Monate hinweg im Team intensiv mit einem spezifischen Thema auseinandersetzen. Dabei stehen vor allem Innovations-, Sozial- und Designaspekte im Fokus, die gründlich erforscht und kreativ umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, ein Projekt zu entwickeln, das sowohl gestalterisch überzeugt als auch gesellschaftlich und technisch relevante Fragestellungen adressiert.

Detail ansickt eines Radiotracer mit Label

Kollaborationspartner

HollandLab ist eine Forschungsgruppe am Chemischen Institut der Universität Zürich unter der Leitung von Prof. Dr. Jason P. Holland. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Synthese, Entwicklung und Herstellung von Radiotracern im medizinischen Kontext, die in der Bildgebung und Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Die Projekte sind hochgradig interdisziplinär und verbinden Chemie, Biochemie und molekulare Medizin. Zur Unterstützung unseres Verständnisses der durchgeführten Forschung hatten wir direkten Kontakt mit zwei Doktoranden aus Hollands Gruppe: Eda Nisli und Jonas Genz.
Das Science Pavilion UZH Museum, gelegen auf dem Irchel-Campus der Universität Zürich, zeigt Forschungsergebnisse der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität. Es wird von einem Team aus Forschenden, Lehrenden und Studierenden betreut, die sich der Aufgabe widmen, die an der Fakultät betriebene Wissenschaft auf zugängliche und vielfältige Weise zu verbreiten und zu fördern.
Detail ansickt eines Radiotracer mit Label

Science pavillion

Detail ansickt eines Radiotracer mit Label

HollandLab

Idee

Als begeisterte Chemie- und 3D-Design-Enthusiastin und mit Lukmans Leidenschaft für iOS-Programmierung hatten wir den Wunsch, gemeinsam mit unseren Kollaborationspartnerinnen ein einzigartiges Projekt zu gestalten. Schon früh nahm die Vision einer Apple Vision Pro-Applikation Gestalt an – eine Anwendung, die mit Hilfe von Spatial Computing die Welt der radioaktiven Biochemie auf faszinierende Weise erklärt und für Nutzerinnen greifbar macht.

Wir wollten uns der Herausforderung stellen, mit einem neuen Framework zu arbeiten und zu den Ersten zu gehören, die für die Apple Vision Pro designen und entwickeln.

Prototyp

Für das Prototypisieren der Applikation nutzten wir Storyboards, Papier-Prototypen und führten Workshops durch. Diese Ansätze ermöglichten es uns, Ideen greifbar zu machen, sie iterativ weiterzuentwickeln und wertvolles Feedback aus verschiedenen Perspektiven einzuholen.
Das Medium Papier bot uns Flexibilität und Geschwindigkeit, wenn es darum ging, die Applikation visuell darzustellen. Es half uns zudem, unseren Kooperationspartner*innen den Umfang und die Struktur der Applikation auf anschauliche Weise zu vermitteln. Weitere eingesetzte Werkzeuge waren Figma und Framer, die uns unterstützten, die Konzepte weiter zu verfeinern und interaktive Prototypen zu erstellen.
Image of paper prototype of the Applikation

Workshops

Im Rahmen unseres Projekts führten wir mehrere Workshops durch, die uns wertvolle Einblicke und neue Perspektiven ermöglichten. Eine Workshopreihe fand mit den Forschenden der Universität Zürich statt, eine weitere mit einer Schulklasse im GoTec-Zentrum Schaffhausen. Beide Reihen waren entscheidend, um das Konzept der Applikation besser auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Nutzer*innen zuzuschneiden.

Die Zusammenarbeit mit den Forschenden der Universität Zürich ermöglichte uns, tief in ihr Fachgebiet einzutauchen und ihre Arbeitsweisen aus nächster Nähe kennenzulernen. In der dynamischen Workshop-Atmosphäre konnten wir wertvolle Details zum Ablauf und Kontext der Forschung erfassen und diese Erkenntnisse auf unsere Design- und Entwicklungsarbeit übertragen.

Die Workshops mit den Jugendlichen im GoTec-Zentrum waren besonders wertvoll, um das Wissen und die Erwartungen unserer bevorzugten Zielgruppe besser einschätzen zu können. Hier gewannen wir Klarheit darüber, welche Vorkenntnisse die Jugendlichen haben und wie wir unsere Applikation gestalten müssen, um das Interesse und Verständnis dieser Altersgruppe optimal anzusprechen.
Image of GoTec workshop in schaffhausen

paperprototype mit den Jugendlichen von GoTec

Image of GoTec workshop in schaffhausen

Workshop an der Universität Zürich mit HollandLab

User Story

Die Applikation sollte den Forschungsprozess der Wissenschaftlerinnen widerspiegeln und für die Benutzerinnen lebendig und erfahrbar machen. Dabei griffen wir auf unsere Erfahrungen und unser Wissen aus intensiver Recherche, den Prototypen und den Workshops zurück und entwickelten einen fließenden Userflow. Nach einem kurzen Onboarding kann derdie Nutzerin selbst Radiotracer in einer abstrahierten Laborumgebung zusammenstellen und testen.
Die chemischen Elemente erscheinen als detailreiche 3D-Modelle, die interaktiv gestaltet sind und den Betrachter*innen die Möglichkeit bieten, eigenständig die Welt der Forschung zu erkunden. So wird die wissenschaftliche Arbeit in einer spielerischen und zugleich lehrreichen Erfahrung
Teaser Bild des Projekte. Mann mit Build fenster und Apple Vision Pro

User von OnRadar mit dem Build Fenster im Blick

3D Design

Das 3D-Design musste in seiner Geometrie genau der Struktur der chemischen Elemente entsprechen, um wissenschaftliche Genauigkeit zu gewährleisten. Bei den Materialien hatten wir jedoch kreative Freiheiten, die es uns ermöglichten, spannende visuelle Akzente zu setzen und das Erlebnis für die Nutzer*innen noch fesselnder zu gestalten.
Um zu verdeutlichen, dass die Materialien die Bausteine der chemischen Elemente repräsentieren, ließen wir uns von der Struktur und Optik klassischer Baumaterialien wie Marmor und Stein inspirieren. Diese Materialien verkörpern Stärke und Stabilität, was die fundamentale Bedeutung der chemischen Elemente als "Grundbausteine" unterstreicht. Durch diese Wahl wollten wir eine visuelle Anspielung schaffen, die sowohl die elementare Natur der Chemie als auch die zeitlose Ästhetik von Baustoffen vereint.
Auch wenn wir geometrisch nicht an die chemischen Vorgaben gebunden waren, war es uns wichtig, dass die Form der Objekte ihre Funktion klar vermittelt. Dadurch konnten wir die Funktionalität intuitiv gestalten, was uns die Freiheit gab, in der Applikation mit weniger erklärendem Text auszukommen und die Interaktion für die Nutzer*innen natürlicher und verständlicher zu gestalten.
Vollständiger Radiotracer
Render eines Vollständigen Radiotracers

Nächste Schritte

Nach unserem erfolgreichen Abschluss und der Nominierung für den SDA Award legten wir eine kurze Pause vom Projekt ein, um neue Kraft zu schöpfen.

Derzeit arbeiten wir an einer iPad-Applikation für den Science Pavilion, die als Ergänzung zur bisherigen Version konzipiert ist. Die Applikation soll die Inhalte auf eine zugängliche und interaktive Weise vermitteln und das bestehende Konzept erweitern.

In Zusammenarbeit mit HollandLab wird die App voraussichtlich bis 2027 im Science Pavilion ausgestellt bleiben und so ein breiteres Publikum ansprechen.